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Kleine Geschichte der Stadtbücherei Wilhelmshaven |
| 1912 |
Eine Volksbücherei zum Kaiser-Jubiläum Die Anfänge einer von der Stadt Wilhelmshaven betriebenen Volksbücherei gehen zurück in das Jahr 1912. Aus Anlass des 25jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1913 bewilligte am 27.12.1912 das Wilhelmshavener Bürgervorsteherkollegium einen Betrag von 10.000 Mark für die Schaffung einer Volksbücherei. |
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| 1914 |
Diese wurde am 15.9.1914 in der Gewerbeschule in der Roonstraße (heute Rheinstraße) eröffnet. Die Stadt Rüstringen trug sich mit dem gleichen Gedanken. Die „Oldenburger Ersparungskasse“ stellte dafür 5.000 Mark in Aussicht, das oldenburgische Ministerium 7.500 Mark, falls die Stadt Rüstringen den gleichen Betrag aufbringe. Die sozialdemokratische Mehrheit des Rüstringer Stadtrats weigerte sich jedoch, die Bücherei als Jubiläumsstiftung für den Kaiser einzurichten. Zunächst zog der Magistrat die Vorlage zurück. Ohne die Verbindung mit dem Kaiser-Jubiläum gab dann aber der Stadtrat seine Zustimmung und bewilligte 7.500 Mark. Es kam jedoch nicht zur Eröffnung einer Bücherei, weil der geeignete Raum fehlte. |
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| 1920 | „Bücherei der Jadestädte“ Wilhelmshaven und Rüstringen | |
| Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die beiden Städte Wilhelmshaven und Rüstringen überein, eine „Bücherei der Jadestädte“ ins Leben zu rufen. Sie wurde 1920 gegründet Jede Stadt stellte 40.000 Papiermark (es herrschte Inflation) als jährlichen Zuschuss zur Verfügung, das Gewerkschaftskartell 10.000 Mark, der Werftwohlfahrtsverein 25.000 Mark, der Gewerbeverein 300 Mark. | ||
| 1921 |
Die
Eröffnung der Bücherei fand am 4.5.1921
statt. Sie war im Marine-Offizierkasino untergebracht, wo sich auch die
Stationsbücherei befand. Deren Leiter Kirstein betreute auch die
Bücherei der Jadestädte. |
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| 1933 | Die Bestände wuchsen langsam an, doch wurden sie 1933 im Dritten Reich von, wie es damals hieß, „missliebigem Schrifttum“ gesäubert. | |
| 1937 | Eine der ersten „Freihandbüchereien“ | |
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1937 führte die Bücherei
als einzige neben Hamburg durch Dipl.-Bibliothekar Werner die
„Freihandbücherei“ ein : die Bücher waren für die Leser am Regal frei
zugänglich und mussten nicht an der Theke verlangt werden.
Die Bücherei war inzwischen in das Haus Prinz-Heinrich-Straße (heute Mozart-) / Ecke Marktstraße übergesiedelt. |
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| Zerstörungen während des Krieges | ||
| 1942 | Das Haus erlitt in der Nacht vom 14. zum 15.9.1942 schweren Bombenschaden. Der größte Teil des Bücherbestandes der Bücherei ging verloren. | |
| 1943 | Es gelang, teilweise Ersatz zu schaffen und die Bücherei neu aufzubauen und im Juli 1943 mit 10.000 Büchern in den oberen Räumen der Volksschule Bremer Straße wieder zu eröffnen. | |
| 1944 | 1944 bot sich die Möglichkeit, die Bücherei auf der Probebühne des am 22.3.1943 teilweise zerstörten Stadttheaters im Seemannshaus unterzubringen. | |
| 1945 | Hier eröffnete sie den Betrieb am 8.12.1944, doch wurde sie am 30.3.1945 erneut ausgebombt. | |
| 1945 | Neubeginn | |
| Nach der Kapitulation musste der erhalten gebliebene Bücherbestand aufgrund von Anordnungen der Alliierten von sogenannten „Tendenzbüchern“ gesäubert werden. Mit einem Bestand von 10.406 Titeln wurde die Stadtbücherei im Herbst 1945 in hergerichteten Schulräumen wiedereröffnet. Von hier konnte sie dann in die Räume der ehemaligen Stationsbücherei an der Kieler- / Ecke Bremer Straße umsiedeln. | ||
| 1948 | Leiter der Stadtbücherei : Dr. Alfred Franz | |
| Leiter der Stadtbücherei Wilhelmshaven wurde Dr. Alfred Franz, der der Stadtbücherei bis 1973 vorstand. | ||
| 1948 | Zweigstellen der Stadtbücherei | |
| Neben der Hauptstelle im provisorischen Stadthaus in der Kieler Straße (heute Wasser- und Schifffahrtsamt und Radio Jade) wurden im Laufe der folgenden Jahre Büchereizweigstellen eingerichtet. Eine Zweigstelle der Stadtbücherei befand sich in Voslapp, sie wurde 1948 in das Hochschuldorf Rüstersiel verlegt und später aufgehoben. | ||
| 1953 |
Dafür wurde 1953 eine Zweigstelle in Fedderwardergroden eingerichtet, später eine zweite Zweigstelle am Kindergang in Bant. Beide Zweigstellen sind inzwischen aufgehoben. |
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| 1962 | Neubau des Bibliotheksgebäudes | |
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Die Entwicklung der Stadtbücherei machte den Bau eines neuen Büchereigebäudes notwendig, der gleichzeitig für die Volkshochschule und die Stadtbildstelle geplant wurde. Der Neubau wurde nach den Plänen des Essener Architekten und früheren Stadtbaurats J.P. Schneider in den Jahren 1960 bis 1962 an der Virchowstraße 29-31 errichtet und am 2.11.1962 in Gegenwart des niedersächsischen Kultusministers eingeweiht. Er enthielt außer den Räumen für die Bücherei, Volkshochschule und Stadtbildstelle einen 200 Personen fassenden Vortragssaal. Bis 1972 war auch das Kulturamt in diesen Räumen untergebracht. |
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| 1964 | Kunst am Bau | |
| 1964 wurde vor der Stadtbücherei die stilisierte Bronzeplastik eines Marabu aufgestellt. Es handelt sich um eine Arbeit der gebürtigen Wilhelmshavener Künstlerin Frau Lehmann-Billaudelle aus Worpswede. | ||
| 1970 | Der Bücherbus der Stadtbücherei | |
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1970 wurde ein gebrauchter Bus angekauft, zur Fahrbücherei umgebaut und im Dezember 1970 in Betrieb genommen. Der Bücherbus fuhr fortan 20 Haltepunkte im Stadtgebiet an. |
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| Ausleihbestand : Mehr als "nur" Bücher | ||
| 1972 | 1972 betrug der Bücherbestand der Stadtbücherei 77.348 Exemplare. | |
| 1973 | 1973 wurden auch Spiele in den Ausleihbestand aufgenommen, | |
| 1981 | 1981 wurde in dem bis dahin als Lesesaal genutzten Raum der Erwachsenenbücherei die Musikbücherei eingerichtet. In der Musikbücherei konnten an speziell eingerichteten Abhörstationen Schallplatten gehört werden und es konnten dort Noten, Audiocassetten und später CDs ausgeliehen werden. | |
| Nachfolge in der Leitung der Stadtbücherei | ||
| 1973 |
Nach dem Ausscheiden von Dr. Alfred Franz aus dem aktiven Dienst trat Dr. Christian Grawe seine Nachfolge an, der die Leitungsposition bis zu seinem Wegzug aus Wilhelmshaven im Frühjahr 1975 besetzte. |
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| 1975 |
Die Geschäfte wurden danach für ein halbes
Jahr von der seit 1938 an der Stadtbücherei tätigen und an ihrem
Aufbau beteiligten Dipl.-Bibliothekarin Wilma Witschorkiewitsch,
genannt Witsch (die 1984 in den Ruhestand trat) wahrgenommen. |
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| 1982 | 1982 wurde die Personalunion in der Leitung beider Institutionen aufgehoben. Horst Antheck schied als Leiter der Bücherei aus. Seine Nachfolgerin wurde mit dem 1.8.1982 Dipl.-Bibliothekarin Helma Koser. | |
| 1999 | Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Helma Koser Ende der 1990er Jahre wurde die Stadtbücherei von Dipl.-Bibliothekarin Karin Rombusch kommissarisch geleitet. Seit Ende 1999 leitet Dipl.-Bibliothekar Gerhard Kühn die Stadtbücherei. | |
| Büchereinutzer, Medienbestand und Gebühren | ||
| 1985 |
Einführung von Nutzungsgebühren Am Ende des Jahres 1984 zählte die Stadtbücherei noch 11.832 angemeldete Nutzer. Am 1.1.1985 wurde ein Jahres-Benutzer-Entgelt für Erwachsene eingeführt. Die Zahl der angemeldeten Benutzer betrug Ende 1986 nur noch 6.427 Leser. |
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| 1986 |
Bei einem starken Anstieg des Buchbestandes
verfügte die Stadtbücherei Ende 1986 über insgesamt 142.547
Medien (Bücher, Spiele, Tonträger, Noten). Die Zahl der
Entleihungen belief sich auf 391.350 Medieneinheiten.
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| 1990 | Neuer Bücherbus | |
| Im Juni 1990 wurde der neue Bücherbus der Stadtbücherei in Betrieb genommen. Der Bus, ein auf Basis eines MAN-Busses als Büchereifahrzeug ausgestattetes Neufahrzeug, löste den bis dahin eingesetzten Bus aus den 60er Jahren ab. | ||
| 1990 | Elektronische Datenverarbeitung in der Stadtbücherei | |
| Im Juli 1990 wurde die elektronische Datenverarbeitung in der Stadtbücherei eingeführt. Neben der elektronischen Ausleihverbuchung erfolgte fortan die Katalogisierung der Medien elektronisch. Die Benutzer der Stadtbücherei konnten den EDV-Katalog an 4 "Selbstbedienungsterminals" für ihre Medienrecherchen nutzen. | ||
| 1995 | Gründung des Fördervereins "Information für alle e.V. | |
| Mitte 1995 gründete sich der Verein "Information für alle e.V.". Der Verein initiierte und finanzierte unter anderem die öffentlichen Internetplätze in der Stadtbücherei sowie einen ersten, über das Internet nutzbaren "Online-Katalog" für die Medienrecherche am PC zu Hause. | ||
| 2004 | Erneuerung der Bibliotheks-EDV | |
| Mit dem Anschluss der Bibliotheks-EDV an das Intranet der Stadt Wilhelmshaven wurde ein Austausch der bisher eingesetzten, veralteten Bibliotheks-Hardware und -Software vorgenommen. Das neue System ermöglicht den Bibliotheksnutzern unter anderem die Medienrecherche im Bibliothekskatalog sowie die Nutzung verschiedener Selbstbedienungsfunktionen (Leihfristverlängerung, Vorbestellung ausgeliehener Medien) vom PC zu Hause aus. | ||
| 2005 | Stilllegung des Bücherbusses | |
| Aus Einsparungsgründen wurde der seit 1990 eingesetzte Bücherbus stillgelegt. Als Ersatz für den Bus, der vorrangig Haltepunkte an Schulen bediente, wurden an 13 Wilhelmshavener Schulen Schulbibliotheken angelegt. | ||
| 2005 | Renovierung des Gebäudes | |
| 2005 wurde mit umfangreichen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten im und am gemeinsam mit der Volkshochschule genutzten Gebäude in der Virchowstraße begonnen. | ||
| 2008 | Einführung der RFID-Technologie | |
| Das bisher eingesetzte, auf der Verbuchung durch Strichcodes basierende Ausleihverbuchungsverfahren wurde durch die neuartige RFID-Technologie abgelöst. Aufgrund der hiermit verbundenen Mediensicherung werden fortan auch die bisher magazinierten AV-Medien (CDs und DVDs) im Freihandbestand angeboten. | ||
Stadtbücherei
Wilhelmshaven
Virchowstr. 29
26382 Wilhelmshaven
Tel. 04421 / 16-1667
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Letzte Änderung : 26.03.2009